Beschäftigte in Troisdorf zeigen Solidarität mit Plagwitzer Belegschaft

Mit einer Fotoaktion zeigten Beschäftigte der Siemens-Tochter HSP GmbH in Troisdorf bei Köln am vergangenen Freitag Solidarität mit ihren Leipziger Kolleginnen und Kollegen. Vor einer Halle ihres Werks, in dem rund 380 Menschen arbeiten, hielten sie die Plagwitzer Plakate in die Höhe.

“Einzeln bist du alleine, zusammen haben wir eine Stimme”, sagte René Latten, Betriebsratsvorsitzender der HSP. Der Konzern vergesse zu oft seine Töchter, darum sei es selbstverständlich, dass sich die HSP-Beschäftigten an der Aktion beteiligten und Solidarität mit der Leipziger Belegschaft zeigten. “Hinter jeder Entlassung steht eine ganze Familie”, sagte Latten weiter. Das dürfe man nicht vergessen. jme

Foto: IG Metall

Ehemalige Beschäftigte des Plagwitzer Werks solidarisieren sich

Die traditionelle Seniorenweihnachtsfeier für ehemalige Kolleginnen und Kollegen des Plagwitzer Siemens-Werks fand in diesem Jahr am 1. Dezember statt. Der Plan des Managements, das Werk schließen zu wollen, sorgte unter den Rentnerinnen und Rentnern für Empörung. Sie unterstützen die Kampagne für den Erhalt des Werks und solidarisieren sich mit den betroffenen Beschäftigten.

1. Dezember: Ehemalige Beschäftigte unterstützen die Kampagne für den Erhalt des Siemens-Werks in Leipzig-Plagwitz.  Foto: IG Metall Leipzig

Konzeptarbeit und kreativer Widerstand

Während sich die Plagwitzer Siemens-Betriebsräte auf die Entwicklung alternativer Unternehmenskonzepte konzentrieren, geht der kreative Widerstand der Beschäftigten weiter. Der Fotograf Jens-Uwe Hülsenbeck schießt Portraitbilder von über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese ungeschminkt sowie unbearbeitet als Menschen zeigen.  Die Fotos werden im weiteren Protest für den Erhalt des Werkes verwendet. Freundlicherweise hat der Club elipamanoke seine Räumlichkeiten als Kulisse für das Shooting zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns hiermit ausdrücklich beim Fotografen Hülsenbeck und dem Team des elipamanoke.

Frontal21 über die “Wut bei Siemens”

Lautstarker Widerstand für den Erhalt ihres Werkes in Plagwitz am 23. November in Berlin. Foto. Christian von Polentz

Anbei ein guter Beitrag von Frontal21, dem politischen Fernsehmagazin im ZDF: Siemens schließt Werke, baut Arbeitsplätze ab und gefährdet die Zukunft ganzer Familien. Und Warum sollen Berlin, Görlitz und Leipzig geschlossen werden? Weil im Osten der Republik die Gewerkschaft schwächer und die Abfindungen niedriger sind, heißt es in dem Beitrag. Warum wird über überhaupt geschlossen? Wegen der Marge und der Dividenden. Wir aber sagen: Mensch vor Marge!

…und leisten Widerstand.

Frontal21, 28. November: “Wut bei Siemens”

Laut und widerständig: Tausende Metallerinnen und Metaller protestieren gegen Siemens-Sparpläne in Berlin

Es war ohrenbetäubend. Mehrere Tausend Siemens-Beschäftigte und Betriebsräte aus ganz Deutschland und UnterstützerInnen kamen am Donnerstagmorgen in Berlin-Neukölln zusammen, um für den Erhalt ihrer Werke und gegen die Sparpläne des Siemens Konzerns zu protestieren. Tausende Arbeitsplätze in Deutschland sind bedroht, ein großer Teil davon in Ostdeutschland. Die Kolleginnen und Kollegen aus den Werken in Leipzig-Plagwitz  und Görlitz füllten die ersten Reihen der Kundgebung.

“Laut und widerständig: Tausende Metallerinnen und Metaller protestieren gegen Siemens-Sparpläne in Berlin” weiterlesen

Kreativer Widerstand und konstruktiver Dialog

Über 300 Beschäftigte in Leipzig demonstrieren für den Erhalt ihres Werkes

Leipzig. Über 300 Beschäftige und UnterstützerInnen der Siemens Compressor Systems GmbH in Leipzig haben am Donnerstag vor ihrem Werk im Stadtteil Plagwitz demonstriert. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die IG Metall Leipzig. Im Leipziger Spezialmaschinenwerk werden Turboverdichter unter anderem für die Öl- und Gasindustrie hergestellt – von der Konstruktion über die Produktion bis zu Vertrieb und Wartung. “Kreativer Widerstand und konstruktiver Dialog” weiterlesen

“Sie vernichten Werte“

Interview mit dem Leipziger IG Metall-Chef Bernd Kruppa zum Kampf um das Siemens-Werk in Plagwitz

An diesem Donnerstag will die Siemens-Konzernführung Details zu ihren Kürzungsandrohungen dem Wirtschaftsausschuss vorstellen. Was erwarten Sie von dem Termin?
Ich erwarte mindestens, dass die Kolleginnen und Kollegen in den auf der Streichliste stehenden Betrieben endlich Klarheit haben, was mit ihnen geschieht. Das betrifft in Leipzig-Plagwitz die 270 Beschäftigten bei der Siemens Compressor Systems GmbH, aber auch die Beschäftigten in den anderen betroffenen Standorten. Es geht insgesamt um mehrere tausend Menschen.

Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig

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Nachbarschaftshilfe mal anders…

Mittlerweile hängen unzählige Plakate in Leipzig, Anhänger mit Graffitis stehen direkt vor dem Werktor, Postkarten werden in Kneipen verteilt und immer mehr Menschen unterschreiben die Online-Petition für den Erhalt des Standorts. Mittlerweile sind es über 1600. Eine besondere “Nachbarschaftshilfe” ist noch hinzugekommen: der Wagenplatz Karlhelga gestattete uns das Anbringen unseres Banners direkt gegenüber der Siemens-Einfahrt. Dafür sagen wir Dankeschön.

Nicht vergessen: Kommt zur Demo am 16. November um 12 Uhr ans Siemens-Werktor (Gießerstr.)!